Religion

Evangelische und katholische Religionslehre

Der Religionsunterricht ist laut Grundgesetz ein „ordentliches Lehrfach“. Damit ist Religionslehre ein Fach wie jedes andere und leistet seinen Beitrag zur gründlichen und vielseitigen Ausbildung der Schüler.

Die Schüler setzen sich hierbei zum einen mit der Tradition und dem Hintergrund der abendländischen Kultur auseinander. Zum anderen will der Religionsunterricht zu einem verantwortlichen und achtsamen Umgang mit anderen Menschen und der Umwelt hinführen.

Hierbei werden die Schüler mit dem christlichen Glauben in seiner konfessionellen Ausprägung sowie seiner ökumenischen Offenheit bekannt gemacht und dazu eingeladen, in diesem Glauben ihre geistige Heimat zu entdecken.

Und damit ist Religionslehre doch ein besonderes Fach:

Hier stehen in hohem Maße das eigene Lebenskonzept und die soziale Kompetenz der Schüler im Zentrum. Es werden dabei grundlegende Fragen der Orientierung in der Welt diskutiert und verschiedene Lebenskonzepte betrachtet. Dadurch sollen die Schüler Raum erhalten, die Gestaltung des eigenen Lebens zu reflektieren und zu begründeten Urteilen finden. So sollen sie befähigt werden, sich beim Erwachsenwerden kompetent mit religiösen und ethischen Sachverhalten auseinandersetzen zu können.

Um dies aktuell und vielfältig zu ermöglichen, arbeitet die Fachschaft Religionslehre am RSG mit verschiedensten außerschulischen Partnern zusammen. So erhalten die Schüler beispielsweise die Möglichkeit, eine Synagoge oder ein Buddhistisches Zentrum kennenzulernen. Auch Gäste aus dem Hospizverein, von der Diakonie oder anderen Institutionen sind in unserem Unterricht gern gesehene Gäste.

Neben den unterrichtlichen Angeboten sind die Religionslehrkräfte auch für die ökumenischen Schulgottesdienste zuständig und stehen jederzeit als Ansprechpartner für die persönlichen Anliegen der Schüler zur Verfügung.

Ein besonderes Highlight jedes Schuljahrs sind auch die Tage der Orientierung in Pappenheim für die 11. Jahrgangsstufe, die zusammen mit der Fachschaft Ethik organisiert und durchgeführt werden.

Sie finden auch Interessantes im RSG-Wiki: Religion

S. Lux, V. Schlicker

  • Nicht für die Schule sondern fürs Leben lernen wir! Dieser Satz sollte eigentlich für alle Themenbereiche in sämtlichen Fächern gelten, bei manchen Stoffgebieten erscheint er jedoch zutreffender als anderswo. Eines der Lehrplankapitel im Religionsunterricht der 10. Klasse ist überschrieben mit „Tod und Leben“. Gott sei Dank ist der Tod für einen Großteil unserer Schüler ein Gebiet, auf dem sie selbst noch relativ geringe Erfahrungen haben. Sicherlich sind wir alle froh darüber, wenn wir möglichst wenig mit dem Tod zu tun haben und die Begegnung mit Sterbenden nicht zu unserem alltäglichen Leben gehört. Es gibt allerdings andere, die sich dieser Erfahrung freiwillig immer wieder von Neuem aussetzen. Zu ihnen gehören die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hospizvereins Rothenburg. Die Schülerinnen und Schüler der 10bc zeigten sich von deren Engagement sichtlich beeindruckt.

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  • Uschi Memhardt, die Koordinatorin und Einsatzleitung des Vereins, hat uns am 01.03.2016 im Unterricht besucht und über ihre Arbeit und die Tätigkeit ihrer ehrenamtlichen Hospizhelfer und – Helferinnen berichtet.

    Frau Memhardt gab zunächst einen Einblick in die Ziele der Hospizbewegung, zu denen neben der Begleitung Schwerkranker und Sterbender auch gehört, in der Öffentlichkeit darauf hinzuwirken, dass der Tod als normaler, wenngleich trauriger Bestandteil des Lebens betrachtet und enttabuisiert wird. Dazu trug ihr ehrlicher Bericht in unserem Klassenzimmer sicherlich bei.

Was leistet der Verein? Ausgebildete Hospizhelfer und –helferinnen bieten Angehörigen von Totkranken zu Hause wie im Krankenhaus oder Altersheim unentgeltlich eine zeitweise Entlastung an. Sie sitzen am Krankenbett um für den Patienten da zu sein, um zuzuhören und seine Ängste zu teilen. Sie möchten Angehörigen dabei helfen, ihre Not zu tragen und unterstützen sie oft auch dabei, einen letzten Wunsch des Patienten zu erfüllen, beraten in Fragen der palliativen Behandlung und Pflege und tragen dafür Sorge, dass die vorletzten und letzten Tage des Sterbenden mit Leben und mit dem gefüllt werden, was ihm in seiner Situation guttut. Manchmal, so berichtete Frau Memhardt, entstehe aus einem über einen längeren Zeitraum andauernden Verhältnis zwischen Hospizhelfer und Patienten oder dessen Angehörigen sogar eine Freundschaft. Menschenwürdig leben bis zuletzt – d.h. dass der Sterbende sein Recht auf Selbstbestimmung behält, dass er nicht entmündigt wird, dass was er sagt beachtet wird, und dass er seinen letzten Weg nicht allein gehen muss.

Für die allermeisten der Schülerinnen und Schüler war der Unterrichtsbesuch von Frau Memhardt eine Erstbegegnung mit dem Hospizgedanken und mit einer Position, die aktive Sterbehilfe bewusst ablehnt, also nicht zu einem früheren Sterben verhelfen, sondern den Sterbenden bis zuletzt begleiten will.

Dr. B. Steinke

Hiob