Abschiedsgrüße

kempter

Liebe Frau Kempter,

bei unseren letzten Verabschiedungen ist uns allen ja offensichtlich aufgefallen, dass viele Mitarbeiter lange Jahre an unserer Schule waren, Herr Hufnagel 13 Jahre, Herr Carove 29 Jahre und Sie fast 24 Jahre. Andererseits ist bei den Bewerbungen für Ihre Nachfolge aufgefallen, dass viele oft nur kurzfristig bei einer Vielzahl von Arbeitgebern tätig waren, manchmal nur wenige Wochen oder vielleicht einmal zwei Jahre. Das mag an den Arbeitnehmern liegen, denen alles nicht passt, oder an den Arbeitgebern, bei denen alles nicht passt. Bei den 24 Jahren, die Sie bei uns waren, Frau Kempter,gehe ich davon aus, dass Sie sich wohlgefühlt haben und dass es Ihnen gefallen hat, vielleicht in den letzten Jahren noch mehr als in früheren.

Ihren Dienst haben Sie am 2. November 1993 angetreten, mit drei Vierteln der regulären Arbeitszeit von 38,5 Stunden. Sie haben in diesen Jahren auch anspruchsvolle Aufgabengebiete übernommen und deshalb bin ich sehr froh, dass uns vor drei Jahren noch einmal eine Höhergruppierung gelungen ist, die Sie auch wirklich verdient haben, denn Sie haben sich immer wieder neu eingearbeitet. Ich darf nur auf Folgendes hinweisen: Da ist die Einstellung von unterhälftig Beschäftigten und die Zusammenstellung aller Unterlagen – denken Sie nur an das Theater wegen der Befristungsgründe -, da ist die Reisekostenabrechnung, da ist die Abrechnung des Referendareinsatzes, die Verwaltung des FIBS-Programms, die Registrierung und Archivierung der schriftlichen Leistungserhebungen, was im August jedes Jahr viel Geduld und viel Nachdruck erforderte. Manches weiß ich vielleicht gar nicht, weil Sie es immer selbstständig, sehr rasch und äußerst sorgfältig erledigt haben. Darüber ist jeder Chef froh.

Aber wir haben es ja nicht nur mit Befristungsgründen und erweiterten Führungszeugnissen zu tun, sondern vor allem mit Menschen. Sie waren immer freundlich, stets hilfsbereit und haben jedem sehr schnell zu helfen versucht, auch in turbulenten Momenten, die es immer wieder gibt.

Ich persönlich möchte Ihnen für die loyale und vertrauensvolle Zusammenarbeit sehr herzlich danken. Ich werde es vermissen, wenn ich nicht mehr ins Sekretariat hinausrufen kann: „Frau Kempter, das Ding geht wieder nicht!“ Gemeint ist mit dem „Ding“ der Computer, wobei Sie mir in den allermeisten Fällen helfen konnten. Ich werde übrigens auch – typisch – das Glas mit Johannisbeergelee als Geschenk vermissen, aber wir wohnen ja nahe beisammen.

Ich wünsche Ihnen an der Seite Ihres Mannes viele gesunde Jahre, viel Spaß beim Reisen und bei den Gartenarbeiten (Johannisbeeren nicht vergessen). Bleiben Sie uns verbunden und schauen Sie dazwischen einmal vorbei. Herzlichen Dank und alles Gute!

Oberstudiendirektor W. Först


todesanzeigestephan

verabschiedungcarove

Es war der 1. April 1988, als das Landratsamt Ansbach Herrn Fritz Carove als neuen Hausmeister des Reichsstadt-Gymnasiums einstellte und sich dabei auch gleich vom Schulleiter, Herrn OStD Rainer Teschner, die Anforderungen beschreiben ließ: Umfassende Fertigkeiten im Elektro- und Sanitärbereich sowie im Heizungsbau, absolute Vertrauenswürdigkeit wegen des Zugangs zu Direktorat, Sekretariat und Lehrerzimmer, besondere Zuverlässigkeit bei der Überwachung der ganzen, ja besonders großen Anlage und große Selbständigkeit. Außerdem sei die zeitliche Belastung sehr groß und umfasse auch das Wochenende. In der Tat: Ein Hausmeister muss eigentlich immer da sein, wann und wo er gebraucht wird, auch wenn sich der Elternabend etwas länger hinzieht. Und wenn etwas kaputt geht: Der Hausmeister wird´s schon richten. Damit gehört auch der tägliche Ärger zum Leben eines Hausmeisters. All das hat Herr Carove in 29 Jahren mit größter Gewissenhaftigkeit, mit enormem Fleiß, mit Geduld und Gelassenheit erledigt und ertragen und dafür verdient er Anerkennung und Respekt der ganzen Schulgemeinschaft. Zu besonderem Dank sind wir ihm aber auch deshalb verpflichtet, weil die vielen Veranstaltungen außerhalb des regulären Unterrichts, die das Profil und das Ansehen unseres Gymnasiums  mitprägen, ohne die Arbeit von Herrn Carove gar nicht möglich gewesen wären. Er musste vorher das Gebäude beheizen, die Stühle aufstellen, die Bühne herrichten und nachher, wenn der Applaus verklungen war, die Lichter löschen und die Schule zusperren, Arbeiten, die von der Öffentlichkeit kaum bemerkt, geschweige denn gewürdigt werden. Herr Carove hat sich also seinen Ruhestand wohl verdient. Mit den besten Wünschen für viele gesunde Jahre verbinden wir die Hoffnung auf weitere Verbundenheit mit dem RSG. Er wird sich dann auf einen Stuhl setzen dürfen, den er nicht hereintragen musste.

Oberstudiendirektor W. Först


verabschiedungrainerhufnagel

Im Februar 2017 war es 13 Jahre her, dass Herr Rainer Hufnagel als Kunsterzieher auf eigenen Wunsch als Nachfolger von Herrn Hintermeier ans Reichsstadt-Gymnasium versetzt wurde. Seit 1998 war er am Gymnasium in Bad Windsheim und vorher in Neustadt/Aisch tätig. Und es war ein Glücksgriff, wie es der Satz aus einer Beurteilung so treffend zusammenfasste: „Durch sein offenes, schülerfreundliches, aber auch sehr bestimmtes Auftreten schafft Herr Hufnagel eine vertrauensvolle Arbeits- und Lernatmosphäre, in der beachtliche künstlerische Werke entstehen“. In der Tat: Herr Hufnagel legte immer Wert darauf, dass die Schülerinnen und Schüler ordentlich und engagiert arbeiten, pünktlich ihre Werke abgeben, sorgfältig ihre Hefte führen. Die Schüler schätzten das: Zwei Kurse in der Q12 in diesem Schuljahr und zahlreiche Colloquiumsprüfungen zeugen davon. Seine pädagogische Fähigkeit, junge Menschen künstlerisch anzuleiten, anzuspornen, ja zu begeistern war immer wieder bewundernswert. Besonderer Dank gebührt ihm dafür, dass er trotz seiner Ruhestandsversetzung im Februar seinem Nachfolger, Herrn StR Johannes Hoffmann, bei 15 Colloquien im Mai beisaß. Vor allem aber entstanden eben „beachtliche künstlerische Werke“: Zuerst sei an die vielen Auszeichnungen beim „Habelsee-Wettbewerb“ erinnert; die Preisverleihungen bei der Familie Wiedenmann an einem Sommer-Nachmittag waren immer besonders markante Veranstaltungen. An der Schule hat Herr Hufnagel mit großem Einsatz viel beachtete Kunstausstellungen vorbereitet und durchgeführt und hat das Gebäude mit Kunstwerken ausgeschmückt. Ohne diese wäre das RSG ärmer, weniger schön. Die Ballskulpturen zur Fußball-WM 2006, die Weihnachtskarten oder die künstlerische Gestaltung der Jahresberichte sind weitere Beispiele dafür, was Herr Hufnagel über den Unterricht hinaus für das RSG geleistet hat. Dafür gebührt ihm unser aller herzlicher Dank! Nicht zuletzt verließ uns mit Rainer Hufnagel ein liebenswürdiger Kollege, mit dem ich viele gute Gespräche geführt habe und dessen stets loyale, vertrauensvolle und freundschaftliche Zusammenarbeit ich besonders geschätzt habe. Mit der Hoffnung, unserem Gymnasium auch weiterhin verbunden zu bleiben, verbinde ich den Wunsch nach einem langen, aktiven und gesunden Ruhestand.

Oberstudiendirektor Walter Först