Pädagogische Arbeit

Unsere Schülerinnen und Schüler liegen uns sehr am Herzen. Deswegen sind wir in verschiedenster Art und Weise aktiv, um mit ihnen die Zeit, die sie am RSG verbringen, möglichst gewinnbringend für ihren weiteren Lebensweg zu gestalten. So wurden vor Jahren im Kontext der Schulfamilie die Leitlinien entwickelt. Auch die FSJler (Freiwilliges soziales Jahr im Sport) leisten unter anderem im Ganztag oder in der Bewegten Pause wertvolle Arbeit mit den Kindern. Darüber hinaus arbeitet die StiL-Gruppe (Stark ins Leben) seit mittlerweile über zehn Jahren für unsere Schulfamilie. Besonders hervorheben möchten wir das „Übergangskonzept“ und „Zeit für uns –  Zfu“.

Um den neuen Fünftklässlern den Neustart an unserer Schule zu erleichtern, entwickelte die StiL-Gruppe ein Konzept, das sich inzwischen seit mehreren Jahren bewährt hat.

Erster Baustein ist der sog. „Kennenlerntag“. Dazu werden die zukünftigen Fünftklässler im Juli ans RSG eingeladen, um ihre zukünftigen Klassenleiter und Mitschülerinnen und Mitschüler kennenzulernen und gemeinsam mit ihren Tutoren die neue Schule zu erkunden. Dieser Tag nimmt den „Kleinen“ viel Unsicherheit und Angst vor der neuen Schule, sodass sie beruhigt und entspannt in die großen Ferien gehen können.

Am ersten Schultag werden sie dann persönlich von der Schulleitung begrüßt und erhalten eine Mappe, in der sie in Zukunft alle wichtigen Unterlagen das Schulleben betreffend sammeln können.

Im Laufe des Schuljahres bieten die sog. „Klassenleiterstunden“ Zeit für die gerade in der Unterstufe so grundlegende pädagogische Arbeit, die sonst nur schwer in den Unterrichtsalltag zu integrieren ist. An mehreren Nachmittagen geht es darum, die Mitschülerinnen und Mitschüler sowie die neue Schule besser kennen zu lernen und Regeln für das konstruktive Miteinander zu entwickeln. Aber auch Spiel und Spaß kommen dabei nicht zu kurz.

Ergänzt wird das Konzept durch regelmäßige Treffen mit den Grundschullehrern, bei denen es um den Erfahrungsaustausch geht. Diese Zusammenkünfte werden von Frau A. Krotsch organisiert, einer Grundschullotsin, die schon seit vielen Jahren am RSG für den Übergang tätig ist und den Fünftklässlern bei größeren und kleineren Problemen hilft. Als Grundschullehrerin weiß sie, wo die Neulinge eventuell Unterstützung brauchen und kann auch den Kolleginnen und Kollegen am Gymnasium wertvolle Ratschläge und Informationen z. B. über den Lehrplan der Grundschule oder die dort verwendete Methodik geben.

S. Albang und H. Scharrer

Die sozialen, aber auch kommunikativen Kompetenzen stehen bei dem Projekt „Zeit für uns“ (Zfu) im Mittelpunkt, das seit einigen Jahren in mehreren Jahrgangsstufen an unserer Schule verankert ist. In Stunden, die von den Schülerinnen und Schülern völlig selbstständig im Klassenrat gestaltet werden, bekommen sie Zeit, um für sie wichtige Anliegen und Probleme zu diskutieren, gemeinsame Aktionen zu planen und  schlicht und einfach Dinge zu besprechen, für die im normalen Schulalltag keine Zeit bleibt. Ganz nebenbei lernen sie dabei, geordnet zu diskutieren, Beschlüsse zu fassen und sich in Demokratie zu üben. In den Stunden selbst übernehmen ausgewählte Schülerinnen und Schüler notwendige Funktionen und Rollen. So gibt es einen Diskussionsleiter, einen Protokollführer sowie einen oder mehrere Regelwächter. Die Lehrkraft der jeweiligen Stunde beobachtet die Diskussion lediglich und greift nur im äußersten Notfall ein, was nach kurzen Anlaufschwierigkeiten in der Anfangsphase des Projekts jedoch nur sehr selten nötig ist. Auf diese Art und Weise entstehen z. B. von der Klassengemeinschaft entworfene Theaterstücke und die Schülerinnen und Schüler beweisen, wie viel Engagement und Kreativität in ihnen steckt.

S. Albang und H. Scharrer

Allen, die am Reichsstadt-Gymnasium arbeiten und wirken, ist es ein großes Anliegen, unseren Schülern und Schülerinnen nicht nur Fähigkeiten und Wissen zu vermitteln, sondern sie auch zu selbstständigen, sozialen und empathischen Menschen zu erziehen.

Um dieses Ziel zu erreichen, hat sich unsere Schule breit aufgestellt: Während eines mehrtägigen Schullandheimaufenthalts der 6. Jahrgangsstufe in Gunzenhausen werden mit Hilfe des allgemein anerkannten „Lions Quest-Programmes“ die Klassengemeinschaft gestärkt und Regeln zum konfliktfreien und sozialen Umgang miteinander entwickelt und eingeübt. Um auch in den kommenden Schuljahren das Gemeinschaftsgefühl der Klassen zu fördern, steht den Klassen die sog. „Zeit für uns“ zur Verfügung. In diesen Schulstunden haben die Schüler und Schülerinnen die Möglichkeit, selbstständig die Situation in der Klasse und gemeinsame Anliegen und Projekte zu besprechen und zu organisieren. Auch in den Klassleiterstunden können zusammen mit dem Klassleiter schwierigere Angelegenheiten geklärt werden. Uns allen stehen die Unter- und Mittelstufenbetreuer Frau Kohl und Herr Volkamer zur Seite, um die Entwicklung des einzelnen Schülers und der einzelnen Schülerin zu begleiten und zu unterstützen. In den Pausen stehen den Schülern und Schülerinnen viele Möglichkeiten, sich zu bewegen, zur Verfügung, denn auf unserem großzügigen Schulgelände und in unserem Schulhaus können sie Fußball spielen, klettern, turnen, Tischtennis spielen, sich in der „bewegten Pause“ in der Turnhalle austoben oder ihren Körper mit vielen Geschicklichkeitsspielen ausprobieren. Auch die großzügige Aula und das viele Grün um unser Schulhaus tragen dazu bei, dass unsere Kinder ausspannen und mit ihren Schulkameraden zusammen sein können.

Darüber hinaus wird Frau Schlicker zur Zeit zur Schulpfarrerin ausgebildet, so dass man auch persönlichen Rat in schwierigen Lagen finden kann. Mit Frau Fischer, der Schulpsychologin, und Herrn Schneider, dem Beratungslehrer, unterstützen die Schule zwei kompetente Fachkräfte, die nicht jede Schule anbieten kann.

Über mehrere Jahre hinweg haben Frau Anlauf-Grössl und Frau Mägerlein ein Streitschlichtergruppe aufgebaut. In dieser Gruppe haben sich 30 Schüler und Schülerinnen zusammengefunden, um sich zu Streitschlichtern ausbilden zu lassen. Sieben von ihnen haben dieses Schuljahr eine Urkunde erhalten, die bestätigt, dass der Empfänger über einen längeren Zeitraum in mehrerern Einheiten die Qualifikation eines sog. „Mediators“ erhalten haben. So können die Schüler und Schülerinnen z.B. auch bei Bewerbungen ihre besonderen Fähigkeiten nachweisen. Einmal im Jahr unternimmt diese Gruppe in ihrer Freizeit einen zweitägigen Ausflug nach Creglingen. Dort erlernen sie das Streitschlichteramt und fördern ihren Zusammenhalt. Während des Schulalltages bieten sie jeden Tag in einer Pause an, dass man zu ihnen ins Streitschlichterzimmer kommen kann, um einen Termin auszumachen, an dem sich zwei streitende Parteien zusammen mit den Moderatoren um eine Lösung für das anstehende Problem bemühen. Wenn es um tiefgehendere Probleme geht, können die oben genannten Lehrer oder die Leiterinnen der Streitschlichter hinzugezogen werden. So können und wurden Konflikte zwischen Schülern erfolgreich und konstruktiv gelöst werden. Dieses Angebot wird gern angenommen, da viele Streitigkeiten mit Hilfe von Mitschülern ausgeräumt werden und Lehrer nur im Notfall hinzugezogen werden – ein gutes Beispiel für die Fähigkeiten, Selbstständigkeit und das Verantwortungsgefühl unserer Schüler und Schülerinnen.

Da sich Frau Mägerlein und Frau Anlauf-Grössl neuen Aufgaben widmen wollen, hat Frau Schmitt in diesem Schuljahr diese wichtige Einrichtung an unserer Schule übernommen. Sie wird zur Zeit dafür in drei aufeinander folgenden mehrtägigen Kursen ausgebildet  und wird sich bemühen, diese wichtige Einrichtung an unserer Schule weiterzuführen.

An dieser Stelle sei uns eine kleine Aufforderung an die Eltern erlaubt. Jede Schule bemüht sich nach Kräften, unsere Kinder, die an uns alle sehr am Herzen liegen und die als Erwachsene unsere Gesellschaft verantwortungsvoll und aktiv erhalten und gestalten sollen, gut auszubilden und zu erziehen. Allerdings brauchen wir bei der Erziehungsarbeit die Unterstützung des Elternhauses, um unserer gemeinsamen Ziele erreichen zu können. In diesem Sinne wollen wir weiterhin zusammen nicht nur für die Schule, sondern auch für das Leben lernen und lehren.

U. Schmitt