Fermani zu Besuch am RSG – eine ereignisreiche Woche

Voller Emotionen endete die erste Woche des Schüleraustauschs zwischen dem Reichsstadt-Gymnasium und dem Liceo Classico „L‘ Annibal Caro“ im italienischen Fermo. Beim Abschied von den Italienischen Gästen am Bahnhof in Rothenburg flossen reichlich Tränen. Eine Woche voller intensiver Erfahrungen und interessanter Erlebnisse lag hinter den Schülern und Lehrern. Aus den anfänglich Fremden waren Freunde geworden.

Für Schüler, die Französisch lernen, ist ein Schüleraustausch eine völlig „normales“ Angebot – für Lateinschüler eher nicht. Dass ein solches Projekt äußerst lohnenswert ist, davon war die gesamte Schulfamilie überzeugt, nachdem erste Kontakte zwischen der Lateinfachschaft des RSG und dem Liceo CLassico „L’Annibal Caro“ in Fermo geknüpft worden waren.

Nun wurde dieser Schüleraustausch erstmals realisiert: Im Dezember besuchten 22 junge Italienerinnen und Italiener im Alter von 16 bis 18 Jahren, begleitet von zwei Lehrern, das weihnachtlich geschmückte Rothenburg. Sie fanden herzliche Aufnahme bei den Familien ihrer deutschen Partnerinnen und Partner.

Basis und verbindendes Element waren zunächst die lateinische Sprache und das Interesse für die Antike. Die Verständigung fand aber im Wesentlichen auf Englisch

statt, auch wenn etliche Schülerinnen und Schüler Deutsch bzw. Italienisch lernen. Gemeinsam arbeiteten sie an einem Projekt mit dem Titel „Das Leben in der römischen Provinz“. Einen kleinen Eindruck von der „vita Romana“ im damaligen Germanien konnten sie durch eine Exkursion nach Bad Homburg zur Saalburg, einem rekonstruierten Römerkastell, direkt am ehemaligen Limes gelegen, gewinnen.

Dicht gedrängt war das weitere Programm, das die Gäste aus Fermo mit ihren deutschen Gastgebern absolvierten: Ein Höhepunkt war der Empfang durch  Bürgermeister Kurt Förster und den Kellermeister im Rathaus. Vielfältige Informationen über das Leben in mittelalterlichen Städten vermittelten die Führerinnen den Schülerinnen und Schülern beim Gang durch das winterliche Rothenburg und durch die Altstadt von Nürnberg. Nicht fehlen durfte ein Besuch auf den verschiedenen „Christkindlesmärkten“ der Region. Besonders die Atmosphäre des Rothenburger „Reiterlesmarktes“ war für die Gäste ein außergewöhnlicher Genuss. Ein Highlight und eine Herausforderung der besonderen Art waren die „Escape Rooms“: Mit einiger Mühe gelang es den verschiedenen Gruppen, in denen Deutsche und Italiener  gemeinsam an der Lösung der ihnen gestellten Aufgabe tüftelten, den Ausgang aus den verschlossenen Räumen zu finden. Ein anderer Höhepunkt waren die „Spiele ohne Grenzen“, die „giochi senza limiti“, in der Turnhalle des RSG, bei denen in drei verschiedenen Disziplinen die Teams von Deutschen, Italienern und Franzosen gegeneinander antraten. Möglich wurde das durch den zeitgleich stattfindenden Austausch mit Athis Mons in dieser Woche.

Nicht zuletzt spontane Feiern mit „Pizza-Partys“, gemeinsamem Singen und Tanzen in der Aula des RSG sorgten dafür, dass Deutsche und Italiener einander näher kamen und Fremdheitsgefühle verschwanden.

Dass die italienischen Gäste ihren Aufenthalt in Rothenburg genossen, zeigen deren Statements für den Bericht in der italienischen Presse. Der Besuch in Rothenburg sei „eine sehr prägende Erfahrung“ gewesen, „eine Bereicherung“, „ein voller Erfolg“. „Nicht nur unter den Schülern, auch unter den Lehrern“ sei „in dieser Woche Freundschaft entstanden“.

Kein Wunder also, dass beim Abschied Tränen flossen. Gegenseitig trösteten sich alle mit der Aussicht auf ein baldiges Wiedersehen: „Im April in Fermo …!“

StDin G. Heusinger-Herz