Depression bei Jugendlichen – eine Themenwoche

Wie aktuelle Untersuchungen belegen, leiden immer mehr Jugendliche unter Depressionen, entweder weil sie selber oder weil Verwandte davon betroffen sind.

Um hier vorbeugend tätig zu werden und die leider noch vorherrschende Tabuisierung der Krankheit aufzubrechen, wurde das Problem in einer Themenwoche, die von der der StiL-Gruppe  organisiert wurde, auf verschiedene Arten beleuchtet.

Im Rahmen dieser Aktionswoche wurde zunächst ein Theaterstück mit Schülerinnen und Schülern einstudiert und zur Aufführung gebracht. Der Theaterpädagoge Jean-François Drožak begann am Montagvormittag das Stück  „Icebreaker“ mit acht Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufen acht und neun zu erarbeiten. In nur drei Tagen gelang es ihm, in verschiedenen Szenen zwei Protagonisten auf die Bühne zu bringen, die in typischen Situationen die Symptome einer Depression darstellten oder eben doch nur typisch pubertäres Verhalten anschaulich umsetzten.  Neben den jugendlichen Hauptakteuren spielten im Stück aber auch die Befindlichkeiten und Reaktionen der Geschwister, der Eltern und des Freundeskreises  eine wichtige Rolle. Nachdem die neu zusammengewürfelte Theatertruppe drei Tage lang intensiv geprobt hatte, fand am Donnerstagabend in der Aula des Reichsstadt-Gymnasiums eine Aufführung für die Eltern und Oberstufenschüler statt. Am Freitag konnten dann in zwei weiteren Aufführungen die Schülerinnen und Schüler der 6. bis 10. Jahrgangsstufe das Stück sehen.

Da es vor allem darum ging, die ersten Anzeichen einer ernsthaften Depression zu erkennen, wurde das Stück während der Aufführungen immer wieder unterbrochen, um dem Publikum die Möglichkeit zu geben, anhand einer Checkliste zu überprüfen, inwieweit das dargestellte Verhalten tatsächlich depressiv ist.  Am Ende wurde geklärt, welcher der Protagonisten tatsächlich krank war und welcher nur in der für die Pubertät typischen Krise steckte. In einem zweiten Akt der Inszenierung wurde dann der Genesungsprozess in einer Therapie gezeigt, wobei auch die Auswirkungen der Erkrankung auf das Umfeld noch einmal sehr deutlich wurden.

Das Theaterstück wurde von der AOK unterstützt und finanziert, wofür sich die StiL-Gruppe, an dieser Stelle ganz herzlich bedanken möchten.

In einem Vortagsabend stellte die Kinder- und Jugendpsychologin Carolin Kettner das Thema den erwachsenen Zuhörern, vorwiegend Eltern und Lehrern, vor. Hier wurde deutlich, dass Depressionen viele verschiedene Ursachen haben können und manchmal nur schwer von normalem pubertärem Verhalten zu unterscheiden sind. Wenn sich diese verfestigen, ist professionelle Hilfe unerlässlich. Frau Kettner gab einen fundierten Überblick über Erscheinungsformen und Symptome depressiver Störungen und aber auch Hinweise, wie vor allem Eltern und Lehrkräfte regieren können.

Eine Ausstellung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bildete den Rahmen für die Themenwoche. Mit eindrücklichen Bildern, die Betroffene in ihrer Therapie gemalt hatten, und Hörtexten, die diese erklärten, wurde deutlich, wie schwer Kranke unter dieser Krankheit leiden. Es wurde aber auch klar, dass es einen Ausweg geben kann, wenn Hilfe in Anspruch genommen wird.

Insgesamt bildete die Themenwoche einen Versuch, ein gesellschaftlich tabuisiertes Thema zu zeigen, und damit auch der Prävention zu dienen.

S. Albang, H. Scharrer

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