Besuch aus Italien am RSG – Der Italienaustausch geht in die zweite Runde …

„Ich freu mich drauf!“ – diese Worte hörte man am Reichsstadt-Gymnasium vor dem Besuch der Schülerinnen und Schüler aus Italien in Rothenburg immer wieder. Anfang Dezember war das Warten zu Ende: Der zweite Schüleraustausch für die LateinschülerInnen des RSG mit dem Liceo Classico Caro in Fermo konnte beginnen.

Schon kurz nach der Anreise der Gäste war die Stimmung unter den jungen Leuten ausgesprochen entspannt und harmonisch: Ob im täglichen Miteinander, ob beim gemeinsamen Singen im Bus, beim Frühstück in der großen Gruppe, bei einer gar nicht so gruseligen Nachtwanderung – alle waren sich einig, dass man sich mag. Und die Kommunikation stellte überraschender-weise überhaupt kein Problem dar: Englisch, Italienisch, Deutsch und sogar Latein – alles war zu hören.

Ein wichtiger Programmpunkt war natürlich wieder die Besichtigung Rothenburgs, an die sich der Empfang bei Herrn Bürgermeister Dieter Kölle und bei Herrn Kurt Förster als Vorsitzendem des Partnerschaftsvereins anschloss. Sie begrüßten die Gäste herzlich und erzählten ihnen Interessantes über Rothenburg und seine Stadtgeschichte. Natürlich durfte dabei auch der „Meistertrunk“ mit dem Kellermeister nicht fehlen. Hier bot sich den Rothenburger SchülerInnen die Gelegenheit, der Stadt und dem Partnerschaftsverein Rothenburg sehr herzlich für die großzügige finanzielle Unterstützung des Austauschs zu danken – ein Dank, der auch dem Bayerischen Jugendring gilt, der die Begegnungen zwischen deutschen und italienischen SchülerInnen ebenfalls bezuschusst und so die Kosten für die beteiligten Familien deutlich reduziert.

Die Faszination der Italiener für deutsche Weihnachtsmärkte wurde dadurch beflügelt, dass sie gleich danach bei der Eröffnung des „Reiterlesmarktes“ dabei sein konnten – quasi in der ersten Reihe. Natürlich stand aber auch ein Besuch des „Christkindlesmarktes“ in Nürnberg auf dem Programm der Austauschwoche.

Eine zweitägige Exkursion führte die Schülergruppe nach Oberbayern: Mit der Besichtigung von Schloss Neuschwanstein wurde das Programm sozusagen „gekrönt“. Etwas prosaischer ging es beim Besuch einer Allgäuer Käserei mit Käse- und Milchkostproben zu. Ein echtes Erlebnis war dann trotz des nass-kalten Nieselregenwetters die Führung im archäologischen Park Cambodunum in Kempten, wo die SchülerInnen besonders über die großzügige Thermenanlage staunten. Beim Workshop „homo ludens“ konnten sie auch verschiedene Spiele aus der Zeit der römischen Antike ausprobieren. Es fanden heftige Zweikämpfe statt.

Die ereignisreichen Tage wurden durch zahlreiche weitere gemeinsame Aktivitäten wie ein Sportturnier und einen Tanz-Workshop abgerundet. Und auch richtigen Sprachunterricht gab es – nicht von Lehrern, sondern von den deutschen SchülerInnen für ihre italienischen Gäste. Am Ende konnten alle bereits gemeinsam kleine Dialoge auf Deutsch präsentieren. Für den Gegenbesuch in Fermo ist dann das Italienischlernen geplant. Eine sehr heitere Kostprobe von Lateinunterricht auf Italienisch stellte schließlich den krönenden Abschluss der Woche mit den italienischen Gästen dar.

Wenn auch am Ende viele Tränen flossen und der Abschied schwerfiel – das „Fermo ! Wir kommen!“ war allen ein Trost, als nach vielen Umarmungen die Autos mit den italienischen SchülerInnen und den begleitenden Lehrern, Professoressa Fabioni und Professore Latanzi, vom Parkplatz rollten.

An dieser Stelle endete unser Bericht über den ersten Teil des Austausches, hier in Rothenburg. Leider wird nun aus unserem Gegenbesuch in Fermo in absehbarer Zeit nichts. Die Situation in Italien ist äußerst besorgniserregend, auch in Fermo und der Umgebung sind zahlreiche Todesopfer zu beklagen. Wir sind mit unseren Gedanken und guten Wünschen bei unseren Freunden in Fermo!

Heusinger-Herz und Dr. Philipp Böhme

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