Kreativer Unterricht in Latein

Lateinschüler des RSG gewinnen mit ihrer Fotostory zu Ovids „Orpheus und Eurydike“ einen Geldpreis

Kreativinterpretation einer Ovid-Metamorphose 

In der 10. Jahrgangsstufe tauchen die Schülerinnen und Schüler mit Ovid als Autor der Metamorphosen („Verwandlungssagen“) in die Welt des Mythos ein. 
Eine der bekanntesten Metamorphosen, in der Ovid die ganze Bandbreite seiner dichterischen Fähigkeiten zeigt, ist die Geschichte der Göttin Latona, die nach einer Liebelei mit dem Gott Jupiter die Zwillinge Apoll und Diana zur Welt gebracht hat und nun auf der Flucht vor Jupiters eifersüchtiger Gattin Juno nach Lykien in die heutige Türkei kommt.

Nach der langen Reise sind die drei völlig erschöpft und dringend auf der Suche nach Wasser, um ihren Durst zu stillen. Dabei kommen sie an einen Tümpel, in dem ansässige Bauern Schilf ernten. Diese Bauern begegnen der Unbekannten höchst feindselig und hindern sie – trotz aller Bitten und Argumentationsversuche – daran, Wasser aus dem Teich zu trinken. Sie drohen ihr, beleidigen sie und wühlen sogar das den Schlamm vom Boden des Tümpels auf, um die Mutter und ihre Kinder am Trinken zu hindern. Von Mitleid keine Spur! Von aufsteigender Wut gepackt, zeigt sich Latona den fremdenfeindlichen Bauern nun als Göttin und verwandelt sie mit den Worten „Auf ewig sollt ihr in diesem Teich leben!“ kurzerhand in Frösche.
Ovid schildert seiner Leserschaft hier höchst plastisch den Ursprung der Existenz von Fröschen, die auch in ihrer neuen Gestalt nicht aufhören sich lautstark Gehör zu verschaffen.

Im Schuljahr 2020/21 sollten die Lateinschülerinnen und -schüler der 10ac im Distanzunterricht nach der Übersetzung die Möglichkeit erhalten, ihr ganz eigenes Resümee zur behandelten Metamorphose zu bilden. 
Im Sinne des modernen handlungs- und produktionsorientierten Lateinunterrichts erfolgte eine kreative Eigeninterpretation der Verwandlungssage der lykischen Bauern. Dabei wurde die Textvorlage von den Schülerinnen und Schülern verfremdet oder in andere Gestalt übertragen.
Alle Schülerinnen und Schüler hatten die Möglichkeit, zwischen verschiedenen Umsetzungsmöglichkeiten der Metamorphose je nach Interesse und Neigung zu wählen.
Zur Auswahl standen folgende Themen, die individuell auch abgeändert werden durften: 

  1. Bild oder Collage zur Metamorphose oder eines Textabschnittes malen 
  2. Comicsequenz mit lateinischen Textstellen entwerfen 
  3. Gedicht oder Moritat („Und die Moral von der Geschicht‘…“) auf Deutsch verfassen 
  4. Ich-Erzählung aus Sicht von Latona oder eines der Bauern verfassen 
  5. Rap-Song/Poetry schreiben 
  6. PowerPoint-Präsentation als Inhaltszusammenfassung (mit Bildern, Textstellen und sprachlich-stilistischen Aspekten) erstellen 

Dabei entstanden ganz eigene, tolle Produkte, die den lateinischen Text in anderer Form und mir eigenen Botschaften transportieren und modern interpretieren.
Einige dieser Umsetzungsmöglichkeiten möchten wir hier vorstellen. 
Explizit möchte ich mich bei allen Schülerinnen und Schülern der 10ac für die gelungenen Arbeiten und die Erlaubnis zur Veröffentlichung bedanken! Mir als Lehrerin macht es immer wieder großen Spaß, Latein durch die Augen der Schülerinnen und Schüler zu sehen! 

 Theresa Bärenz, Lateinlehrerin der 10ac 

Bosse, Skadi: Gedicht/Moritat 

Freund, Bastian: Gedicht/Moritat

Breitschwert, Benina: Ich-Erzählung aus Sicht von Latona 

Bucher, Emma: Tagebucheintrag von Latona 

Fink, Niklas: Poetry 

Frei, Leon: Rap-Song 

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