Wirtschaft und Recht

Mittlerweile haben wir die erhoffte Verstärkung bekommen und die Fachschaft Wirtschaft/Recht freut sich sehr darüber. Mit vereinten Kräften werden wir jetzt noch intensiver Wirtschaftskompetenzen vermitteln. Dafür stehen folgende Fachkollegen zur Verfügung:

  • OStRin Ch. Dietz
  • StR       St. Reu
  • OStR    H.-J. Schneider

Am RSG besteht die Möglichkeit neben dem Fach Wirtschaft und Recht im sprachlichen und naturwissenschaftlich-technologischem Zweig auch den wirtschafts- und sozialwissenschaftlichem Zweig mit wirtschaftswissenschaflichem Profil zu belegen.

Im sprachlichen und naturwissenschaftlich-technologischem Zweig werden jeweils zwei Wochenstunden Wirtschaft und Recht in der 9. und 10. Jahrgangsstufe unterrichtet.

Im wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Zweig beginnt der Unterricht in Wirtschaft und Recht bereits in der 8. Jahrgangsstufe, ebenfalls zweistündig. Zusätzlich dazu werden allerdings zwei Stunden Wirtschaftsinformatik unterrichtet. Die gleiche Stundenzahl trifft auch auf die 9. Jahrgangsstufe zu. In der 10. Jahrgangstufe werden neben den bisherigen zwei Stunden  Wirtschaft/Recht und zwei Stunden Wirtschaftsinformatik zwei weitere Profilstunden angeboten. Sie dienen zur Vertiefung von wirtschaftlichen Inhalten. Weiterhin stehen sie für Betriebsbesichtigungen, Planspiele und den Besuch von Gerichtsverhandlungen zur Verfügung.

 

WSG-W NTG SG
Chemie/Biologie/ Physik 4/6/6 6/6/6 4/6/6
Informatik 4
Französisch 12
Wirtschaftsinformatik 6
Wirtschaft/Recht 6 4 4
Sozialkunde 3 1 1
Profil 2 6

In Wirtschaft und Recht werden folgende Veranstaltungen in der Mittelstufe angeboten:

– 8. Klasse: Bewerbungstraining

Damit die Schüler/-innen  sich für ihr Praktikum in der 9. Jahrgangsstufe bewerben können, bietet Frau Wunram von der VR-Bank Mittelfranken West e.G. ein Bewerbungstraining an. Sie hat uns gestattet, ihre PPP auf der Homepage der Fachschaft Wirtschaft und Recht allen Schülern und denjenigen, die grundsätzlich Interesse daran haben, zur Verfügung zu stellen: Power-Point-Präsentation von Frau Wunram (VR-Bank) für Bewerbungstraining

Am Montag, den 20.02.2017 und Dienstag, den 21.02.2017, absolvierten die 8. Klassen des Reichsstadt-Gymnasiums ein Bewerbungstraining, das von Frau Dietz organisiert und von einer Vertreterin der VR-Bank, Frau Wunram, durchgeführt wurde.

Frau Wunram erklärte den Schülerinnen und Schülern, wie man ein Bewerbungsschreiben und einen Lebenslauf gestalten sollte. Wichtig dabei sei, dass man das Anschreiben ansprechend formuliert, so dass der Adressat ein Interesse hat, den Bewerber kennenzulernen.

Bei einer erfolgreichen Bewerbung folge zunächst ein Vorstellungsgespräch,  auf das man sich gut vorbereiten sollte. Dabei sei es von Vorteil, im Vorfeld Informationen über das Unternehmen einzuholen, bei dem man sich bewerben möchte, außerdem sollte man auf eine dem Anlass angemessene Kleidung achten.

Letztendlich ist der Verlauf des Bewerbungsgesprächs ausschlaggebend, ob sich ein Unternehmen für oder gegen einen „Kandidaten“ entscheidet, dabei spielt auch die Körpersprache des Bewerbers eine entscheidende Rolle. Außerdem sollte man in der Lage sein, seine Stärken, aber auch seine Schwäche(n) einschätzen zu können.

Frau Wunram war während  Ihres PPP- Vortrages immer wieder gerne bereit, auf  alle möglichen und unmöglichen Fragen der Schülerinnen und Schüler einzugehen.  Frau OStRin Dietz ist ihr für den interessanten Vortrag und auch für die Tatsache, dass Sie bereit ist, ihre PPP für die Schülerinnen und Schüler auf der Homepage des Reichsstadt-Gymnasiums (Fachschaft Wirtschaft/Recht) zur Verfügung zu stellen, sehr dankbar.

Abschließend ist zu sagen, dass es in der 8. Jahrgangsstufe sinnvoll ist, das Thema Bewerbung von einer Expertin präsentieren zu lassen, die auch aus ihren eigenen Erfahrungen berichten kann; denn spätestens zu Beginn der 9. Jahrgangsstufe müssen sich die Schülerinnen und Schüler um einen Praktikumsplatz  bewerben.

 

– 9. Klasse: Assessmentcenter und Praktikum

Assessmentcenter: Die AOK Bayern, Direktion Mittelfranken, vertreten durch Frau Bardo ist seit letztem Jahr so freundlich und erklärt in Theorie und Praxis  den Schülern  der 9. Jahrgangsstufe, wie ein Assessmentcenter funktioniert. Die Schüler/-innen erhalten dann – wenn gewünscht – eine Bescheinigung darüber, dass sie an einem Assessmentcenter teilgenommen haben und auch eine Broschüre über das Assessmentcenter und den Inhalt dessen, was besprochen wurde.

Praktikum: Alle Schüler/-innen der 9. Jahrgangsstufe sind verpflichtet ein Praktikum zu absolvieren. Nachdem bereits in der 8. Klasse das Bewerbungstraining stattfindet, wäre es sinnvoll, dass die Schüler/-innen sich bereits in den Sommerferien darum bewerben, da in vielen Unternehmen gilt: First come, first serve. Die Fachschaft Wirtschaft/Recht wäre den Eltern dankbar, wenn sie Ihre Kinder auch immer wieder darauf hinweisen.

Wie jede/-r Schüler/-in in der 9. Klasse, habe auch ich dieses Jahr ein Praktikum absolviert. Da ich schon seit dem Kindergarten Pfarrerin werden wollte, musste ich nicht lange überlegen, als ich gefragt wurde, wo ich mein Praktikum machen wolle. Aber bevor es losgehen konnte, musste ich erst ein Pfarramt finden, das einen Platz für eine Praktikantin anbot. Da ich in unserer Kirchengemeinde schon aktiv bin und somit vieles kenne, entschloss ich mich dazu, mich nach einem Praktikumsplatz im Schillingsfürster Pfarramt zu erkundigen. Als ich dort zum ersten Mal anrief, war ich ein wenig aufgeregt, aber die dortige Pfarrerin war sehr freundlich und hat mir sogar angeboten, mich nach den Abendveranstal- tungen nach Hause zu fahren. Schon Tage vor dem Praktikum habe ich mich ständig gefragt, wie es wohl werden würde. Als das Praktikum endlich losging, saß ich den ganzen Tag über auf heißen Kohlen, und dann war es endlich soweit: Obwohl der erste Tag etwas eintönig war, war der Bibelgesprächsabend am zweiten Abend umso schöner. Am dritten Tag, nachdem ich die Bürosituation kennenge- lernt hatte, sind wir in den Kindergarten gegangen. Dort habe ich einige lustige, jedoch laute Stunden mit den spielenden Kindern verbracht. Als am vorletzten Tag die Predigt geschrieben wurde, hat sich die Pfarrerin über meine Einfälle sehr gefreut. Am selben Tag habe ich auch noch dem Elisenstift, einem Altenheim, einen Besuch abgestattet: Es war Faschingsfeier. Zu- erst half ich den Kaffee und die Krapfen auszuteilen, dann saß ich mit den alten Leuten am Tisch. Sie freuten sich sehr! Als am letzten Tag schließlich der Konfirmandenunterricht, den ich mit dem Klavier begleitet hatte, vorbei war, war ich fast ein bisschen enttäuscht, dass die Woche so schnell vorbeiging. Ich hatte so viele schöne und aufschlussreiche Dinge erlebt… Aber eins weiß ich jetzt genau: Pfarrerin, das wäre genau das richtige für mich!

Anna Ehnes, Klasse 9d

– 10. Klasse: Börsenspiel, Besuch einer Gerichtsverhandlung und Betriebserkundungen

Das Börsenspiel wird von der Sparkasse Ansbach angeboten. Frau Sonja Schmider, die in Rothenburg unsere Ansprechpartnerin ist, steht den Schülern hier mit Rat und Tat zur Verfügung.

Im Wirtschaftszweig, vor allem in der 10. Klasse des Wirtschaftszweiges stehen daneben noch der Besuch einer Gerichtsverhandlung und  Betriebserkundungen in verschiedenen Unternehmen an.

Am 27. November 2017 besuchten die Klassen 10c und 10b des Wirtschaftszweiges das Amtsgericht in Ansbach.

Morgens um 7:55 ging es mit dem Zug nach Ansbach. Am Eingang des Amtsgerichtes wurden Taschen und Jacken auf gefährliche Gegenstände untersucht und man musste  durch einen Scanner, wie man ihn vom Flughafen kennt, laufen.

Nach dem ganzen Prozedere, das natürlich im Rahmen der Sicherheitsvorschriften an jedem deutschen Gericht notwendig ist, machten wir uns zu dem Sitzungssaal auf, in dem die Gerichtsverhandlung stattfinden sollte. Im Gerichtssaal befanden sich mehrere Personen:

Die Richterin, neben ihr zwei Schöffen, welche die neutrale Ansicht eines Bürgers vertreten, die Staatsanwältin  und natürlich die Angeklagten mit ihren Anwälten. Zuerst befragte die Richterin die Angeklagten über persönliche Daten wie Wohnort, Herkunft, Staatsangehörigkeit, Familie etc. Anschließend las die Staatsanwältin die Anklage vor.

In dem Fall, der an diesem Morgen im Gericht verhandelt wurde, ging es um zwei Brüder, die einen Bekannten in den Schwitzkasten genommen haben, da er ihrem Vater angeblich noch Geld schulde und diesem elektronische Geräte verkaufte, die nicht mehr ganz funktionieren oder eigentlich billiger zu kaufen sind.

Der Vorfall fand in der Nähe eines Lebensmittelgeschäftes gegen 17:25 Uhr statt. Die zwei Brüder fuhren ohne jegliche Absichten durch die Stadt, in der sie aufgewachsen waren und in der ihr Vater lebt, den sie einige Stunden davor besucht hatten. Zufälligerweise war der Geschädigte mit seiner Frau und dem gemeinsamen Kind in einer der Straßen unterwegs, durch die die zwei Brüder fuhren. Als die Brüder den Bekannten sahen, beschlossen sie, ihm eine Lektion zu erteilen. Der jüngere Bruder, der zur Tatzeit 19 Jahre alt war, lief direkt auf den Geschädigten zu und nahm diesen in den Schwitzkasten. Als der große Bruder dies sah, kam er sofort mit einem Baseballschläger, um seinen Bruder und den Geschädigten auseinander zu bekommen. Zu diesem Zeitpunkt, lag der Geschädigte aber schon auf dem Boden und hatte auch schon die ersten kleinen Verletzungen erlitten.

Nach der generellen Schilderung des Vorfalls, wurden noch zwei Zeugen befragt, die den Vorfall erneut aus ihrer Sicht schilderten.

Die ganze Gerichtsverhandlung zog sich sehr in die Länge, doch zum Glück gab es eine Pause, in der wir etwas essen konnten und uns über unsere Beobachtungen austauschen konnten.

Nach den Pausen wurde über die Kindheit der zwei Angeklagten geredet. Beide Brüder hatten eine schwere Kindheit, was zum größten Teil an der Trennung der Eltern lag.

Anschließend schlug die Staatsanwältin das Strafmaß vor, das in ihren Augen angemessen sei; auch die beiden Rechtsanwälte der Angeklagten hatten dann die Möglichkeit, ein Strafmaß für ihre Mandanten vorzutragen, das natürlich unter dem Strafmaß der Staatsanwaltschaft lag. Danach zogen sich die Richterin und die beiden Schöffen in einen anderen Raum zurück, in dem ein Urteil zwischen diesen Beteiligten besprochen wurde.

Nach ca. einer halben Stunde  kamen alle Beteiligten wieder in den Gerichtssaal zurück. Die Richterin verlas zunächst das Urteil und nachdem sich alle Beteiligten, natürlich auch die Zuschauer wieder setzen  durften, begründete die Richterin den Angeklagten, warum sie dieses Urteil gefällt hat. Ein interessanter Aspekt dabei war, dass der jüngere Bruder nach dem Jugendstrafrecht verurteilt wurde, da er zum Zeitpunkt der Tat 19 Jahre alt war und wie bereits erwähnt eine eher unschöne Kindheit hatte, die ihn immer noch psychisch belastet.

Das Urteil: der große Bruder bekam eine sieben monatige Freiheitsstrafe auf Bewährung; der Bewährungszeitraum beträgt zwei Jahre. Der jüngere Bruder muss 40 Sozialstunden ableisten und dazu noch einen Betrag von 360 Euro für einen guten Zweck zahlen.

Der Besuch im Gericht hat allen sehr gut gefallen und es gab danach noch viele Diskussionen über die Verhandlung.

Abschließend kann man sagen, dass es sinnvoll ist in der 10. Jahrgangsstufe eine Gerichtsverhandlung zu besuchen.

Ch. Dietz