Abschiedsgrüße

stuppi_21

Lieber Klaus, seit du zum Schuljahr 1983/84 ans RSG kamst, hast du hunderte von Rothenburger Schülerinnen und Schüler erlebt, die du auf deine ganz eigene Art Englisch und Französisch gelehrt hast. Mit Spiel und Spaß, bei Bingo und „Simon says …“  lernten sie in der Unterstufe die Zahlen und sämtliche Vokabeln für die verschiedenen Körperteile und sie lernten nebenbei auch noch gut hinzuhören. Das Futur hast du mit Liedern wie „In the year 2525“ von Zager and Evans vertieft, und so manch einer kam durch dich und „In the Ghetto“ auf den Geschmack von Elvis Presley. An „Rudolph, the Red-Nosed Reindeer“ und „Jingle Bells“ kam zur Weihnachtszeit keine deiner Klassen vorbei. Abwechslungsreich und lustig war es bei dir, weil du ein Lehrer bist, der gern lacht – auch mit der Klasse zusammen über sich selbst. Bei allzu zähen Grammatikerklärungen an der Tafel hast du immer darauf geachtet, einige Schüler und Lehrer in den Beispielsätzen unterzubringen. Bei allem Spaß war es dir aber wichtig, dass deine Schülerinnen und Schüler aus deinem Unterricht viel mitnehmen konnten, die Grammatik verstanden und die Vokabeln lernten. Zur Motivation beim Wörterlernen verteiltest du kleine Eiffeltürme und deine legendären Stuppinüsse; manche Schüler haben später zugegeben, dass sie tatsächlich nur wegen des süßen Snacks wie die Wilden die Wörter gelernt haben! Von Shakespeare über Doris Lessing bis hin zu J. D. Salinger, von Molière über Emile Zola bis hin Eugène Ioneso  – du hast keine Lektüre gescheut, und war der Inhalt allzu abstrakt und zu weit von der Realität deiner Schüler entfernt, dann hast du ihm einen praktischen Anwendungsbezug gegeben. So musste dir dein erster Englisch-LK 1990 quer über die Schulwiese folgen, als du mit einer Wünschelrute in beiden Händen nach Wasseradern suchtest. Schon 1986 hast du die Funktion des Fachbetreuers für Französisch übernommen – damit warst du bis zu deinem Ruhestand gewiss der langjährigste Fachbetreuer in ganz Bayern. Mit deiner unkomplizierten und kollegialen Art hast du als Fachbetreuer vielen Referendaren und Referendarinnen und auch deinen Kolleginnen mit Rat und Tat zur Seite gestanden. Dafür sagen wir „un grand merci“. Für das Fach Französisch war es dir besonders wichtig, die Schüler in echten Kontakt mit Land und Leuten zu bringen: Legendär sind die von dir initiierten Tagesfahrten nach Straßburg und die Schüleraustauschwochen mit Athis-Mons / Paris, die du mit viel Herzblut und großem Organisationstalent zu unvergesslichen Tagen von vielen Schülerinnen und Schülern werden ließest. Doch du hast nicht nur in deinen Fächern gewirkt, sondern auch deine Leidenschaft für Zahlen unter Beweis gestellt, als du junge Gymnasiasten in die höhere Mathematik eingeführt hast und so einige Jahre lang halfst, einen Lehrerengpass zu überbrücken. Zu den Highlights am RSG und in deinem Berufsleben zählen ganz bestimmt die großartigen musikalischen Akzente, die du zum Beispiel mit „Monster“, „Faust“ oder „Des Müllers Töchterlein“ gesetzt hast. Schon als junger Kollege hast du dich für das Sprachlabor begeistert. Diese Begeisterung hat dich so geprägt, dass du – lange bevor irgendjemand vom Fachraumprinzip gesprochen hat – zu einem Verfechter des Lehrerraumprinzips wurdest. Von allen Kollegen hast du es als einziger geschafft, einen Klassenraum zu bekommen, den du als englisch- und französischfreundliches Zimmer gestaltet und eingerichtet hast. Dass dieser Raum vor wenigen Monaten der Modernisierung zum Opfer fiel und jetzt wie ein normales Klassenzimmer aussieht, dürfte dir den Abschied enorm erleichtern! Den Verlust des Sprachlabors können wir anderen alle leicht verkraften, aber du wirst uns fehlen mit deinem Humor, deiner weithin hörbaren Unterrichtsstimme, deinen süffisanten Bemerkungen, deiner pragmatischen Einstellung, deiner entwaffnenden Ehrlichkeit, deiner Kreativität und deinen Ratschlägen zu allen Lebensfragen. Wir wünschen dir für deinen neuen Lebensabschnitt viel Glück und Gesundheit und hoffen zum einen auf viele Postkarten von dir, zum anderen aber auch darauf, dich oft in geselliger Runde wiederzusehen! Für die nächste Straßburgfahrt haben wir dir auf jeden Fall schon einen Platz im Bus reserviert.

Deine Fachschaften Französisch und Englisch


kempter

Liebe Frau Kempter,

bei unseren letzten Verabschiedungen ist uns allen ja offensichtlich aufgefallen, dass viele Mitarbeiter lange Jahre an unserer Schule waren, Herr Hufnagel 13 Jahre, Herr Carove 29 Jahre und Sie fast 24 Jahre. Andererseits ist bei den Bewerbungen für Ihre Nachfolge aufgefallen, dass viele oft nur kurzfristig bei einer Vielzahl von Arbeitgebern tätig waren, manchmal nur wenige Wochen oder vielleicht einmal zwei Jahre. Das mag an den Arbeitnehmern liegen, denen alles nicht passt, oder an den Arbeitgebern, bei denen alles nicht passt. Bei den 24 Jahren, die Sie bei uns waren, Frau Kempter,gehe ich davon aus, dass Sie sich wohlgefühlt haben und dass es Ihnen gefallen hat, vielleicht in den letzten Jahren noch mehr als in früheren.

Ihren Dienst haben Sie am 2. November 1993 angetreten, mit drei Vierteln der regulären Arbeitszeit von 38,5 Stunden. Sie haben in diesen Jahren auch anspruchsvolle Aufgabengebiete übernommen und deshalb bin ich sehr froh, dass uns vor drei Jahren noch einmal eine Höhergruppierung gelungen ist, die Sie auch wirklich verdient haben, denn Sie haben sich immer wieder neu eingearbeitet. Ich darf nur auf Folgendes hinweisen: Da ist die Einstellung von unterhälftig Beschäftigten und die Zusammenstellung aller Unterlagen – denken Sie nur an das Theater wegen der Befristungsgründe -, da ist die Reisekostenabrechnung, da ist die Abrechnung des Referendareinsatzes, die Verwaltung des FIBS-Programms, die Registrierung und Archivierung der schriftlichen Leistungserhebungen, was im August jedes Jahr viel Geduld und viel Nachdruck erforderte. Manches weiß ich vielleicht gar nicht, weil Sie es immer selbstständig, sehr rasch und äußerst sorgfältig erledigt haben. Darüber ist jeder Chef froh.

Aber wir haben es ja nicht nur mit Befristungsgründen und erweiterten Führungszeugnissen zu tun, sondern vor allem mit Menschen. Sie waren immer freundlich, stets hilfsbereit und haben jedem sehr schnell zu helfen versucht, auch in turbulenten Momenten, die es immer wieder gibt.

Ich persönlich möchte Ihnen für die loyale und vertrauensvolle Zusammenarbeit sehr herzlich danken. Ich werde es vermissen, wenn ich nicht mehr ins Sekretariat hinausrufen kann: „Frau Kempter, das Ding geht wieder nicht!“ Gemeint ist mit dem „Ding“ der Computer, wobei Sie mir in den allermeisten Fällen helfen konnten. Ich werde übrigens auch – typisch – das Glas mit Johannisbeergelee als Geschenk vermissen, aber wir wohnen ja nahe beisammen.

Ich wünsche Ihnen an der Seite Ihres Mannes viele gesunde Jahre, viel Spaß beim Reisen und bei den Gartenarbeiten (Johannisbeeren nicht vergessen). Bleiben Sie uns verbunden und schauen Sie dazwischen einmal vorbei. Herzlichen Dank und alles Gute!

Oberstudiendirektor W. Först


todesanzeigestephan

verabschiedungcarove

Es war der 1. April 1988, als das Landratsamt Ansbach Herrn Fritz Carove als neuen Hausmeister des Reichsstadt-Gymnasiums einstellte und sich dabei auch gleich vom Schulleiter, Herrn OStD Rainer Teschner, die Anforderungen beschreiben ließ: Umfassende Fertigkeiten im Elektro- und Sanitärbereich sowie im Heizungsbau, absolute Vertrauenswürdigkeit wegen des Zugangs zu Direktorat, Sekretariat und Lehrerzimmer, besondere Zuverlässigkeit bei der Überwachung der ganzen, ja besonders großen Anlage und große Selbständigkeit. Außerdem sei die zeitliche Belastung sehr groß und umfasse auch das Wochenende. In der Tat: Ein Hausmeister muss eigentlich immer da sein, wann und wo er gebraucht wird, auch wenn sich der Elternabend etwas länger hinzieht. Und wenn etwas kaputt geht: Der Hausmeister wird´s schon richten. Damit gehört auch der tägliche Ärger zum Leben eines Hausmeisters. All das hat Herr Carove in 29 Jahren mit größter Gewissenhaftigkeit, mit enormem Fleiß, mit Geduld und Gelassenheit erledigt und ertragen und dafür verdient er Anerkennung und Respekt der ganzen Schulgemeinschaft. Zu besonderem Dank sind wir ihm aber auch deshalb verpflichtet, weil die vielen Veranstaltungen außerhalb des regulären Unterrichts, die das Profil und das Ansehen unseres Gymnasiums  mitprägen, ohne die Arbeit von Herrn Carove gar nicht möglich gewesen wären. Er musste vorher das Gebäude beheizen, die Stühle aufstellen, die Bühne herrichten und nachher, wenn der Applaus verklungen war, die Lichter löschen und die Schule zusperren, Arbeiten, die von der Öffentlichkeit kaum bemerkt, geschweige denn gewürdigt werden. Herr Carove hat sich also seinen Ruhestand wohl verdient. Mit den besten Wünschen für viele gesunde Jahre verbinden wir die Hoffnung auf weitere Verbundenheit mit dem RSG. Er wird sich dann auf einen Stuhl setzen dürfen, den er nicht hereintragen musste.

Oberstudiendirektor W. Först


verabschiedungrainerhufnagel

Im Februar 2017 war es 13 Jahre her, dass Herr Rainer Hufnagel als Kunsterzieher auf eigenen Wunsch als Nachfolger von Herrn Hintermeier ans Reichsstadt-Gymnasium versetzt wurde. Seit 1998 war er am Gymnasium in Bad Windsheim und vorher in Neustadt/Aisch tätig. Und es war ein Glücksgriff, wie es der Satz aus einer Beurteilung so treffend zusammenfasste: „Durch sein offenes, schülerfreundliches, aber auch sehr bestimmtes Auftreten schafft Herr Hufnagel eine vertrauensvolle Arbeits- und Lernatmosphäre, in der beachtliche künstlerische Werke entstehen“. In der Tat: Herr Hufnagel legte immer Wert darauf, dass die Schülerinnen und Schüler ordentlich und engagiert arbeiten, pünktlich ihre Werke abgeben, sorgfältig ihre Hefte führen. Die Schüler schätzten das: Zwei Kurse in der Q12 in diesem Schuljahr und zahlreiche Colloquiumsprüfungen zeugen davon. Seine pädagogische Fähigkeit, junge Menschen künstlerisch anzuleiten, anzuspornen, ja zu begeistern war immer wieder bewundernswert. Besonderer Dank gebührt ihm dafür, dass er trotz seiner Ruhestandsversetzung im Februar seinem Nachfolger, Herrn StR Johannes Hoffmann, bei 15 Colloquien im Mai beisaß. Vor allem aber entstanden eben „beachtliche künstlerische Werke“: Zuerst sei an die vielen Auszeichnungen beim „Habelsee-Wettbewerb“ erinnert; die Preisverleihungen bei der Familie Wiedenmann an einem Sommer-Nachmittag waren immer besonders markante Veranstaltungen. An der Schule hat Herr Hufnagel mit großem Einsatz viel beachtete Kunstausstellungen vorbereitet und durchgeführt und hat das Gebäude mit Kunstwerken ausgeschmückt. Ohne diese wäre das RSG ärmer, weniger schön. Die Ballskulpturen zur Fußball-WM 2006, die Weihnachtskarten oder die künstlerische Gestaltung der Jahresberichte sind weitere Beispiele dafür, was Herr Hufnagel über den Unterricht hinaus für das RSG geleistet hat. Dafür gebührt ihm unser aller herzlicher Dank! Nicht zuletzt verließ uns mit Rainer Hufnagel ein liebenswürdiger Kollege, mit dem ich viele gute Gespräche geführt habe und dessen stets loyale, vertrauensvolle und freundschaftliche Zusammenarbeit ich besonders geschätzt habe. Mit der Hoffnung, unserem Gymnasium auch weiterhin verbunden zu bleiben, verbinde ich den Wunsch nach einem langen, aktiven und gesunden Ruhestand.

Oberstudiendirektor Walter Först